Lustig ist es erst im Nachhinein ;)

Da es hier nachts sehr laut ist (man muss den Ventilator wenn auf voller Power laufen lassen, sobald der Strom da ist, sonst bring’s nichts), kam ich auf die sehr schlaue Idee, Ohropax zu benutzen. Da die aber so eklig gross sind, schnitt ich sie mir hm ohrkonform und schlief..nachts wachte ich dann panisch aus einem Traum auf, dass das Ding in meinem Ohr verschwunden sei. Und tata..Traum trifft Realitaet mit voller Wucht 😉 Links konnte ich das Ding mit der Pinzette noch finden, rechts wars schon zu tief drinnen. Was nun..natuerlich erstmal paniken, mich schon ertauben sehen und die boesartige eingebildete Entzuendung fing natuerlich auch schon an wehzutun 😉 Da dies nichts brachte..aufs Bett legen und warten..und irgendwann wieder einschlafen 😉

 

Dann versuchte ich ewig meiner Gastmama zu erkaeren, was ich habe..im Endeffekt verstand sie, ich will beim Arzt Ohropax kaufen. Bei diesem (ist uebrigens das Geschaeft gegenueber der Post wie ich nun weiss *g*) versucht, die Sache zu erklaeren..jaja er versteht, von wegen nix hatter verstanden, aber das sagt man ja nicht. Auch nicht der Halbtauben 😉 Also einen Freund geschnappt, wieder zum Arzt wieder erklaert und endlich guckt der mit seiner Lampe in mein Ohr. Diagnose: zu tief, da muss ein Fachmann ran. Meine Diagnose: es ist sauheiss, wer weiss, wo der naechste Fachmann ist und das da hinten sieht doch aus wie ne Pinzette, also 100 Rupee fuers Probieren. Nach einigem Hin und Her wurde das dann getan und mein Ohr fuehlt sich zwar etwas missbraucht an, aber..das DING ist raus..und ich wieder gluecklich 😉

 

Und ja, aus dieser Episode lerne ich sogar was: nie mehr Ohropax! Der Ventilator heute nacht war so schoen melodisch wie noch nie 😉

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Namaste, long time no see!

Der die letzten zwei Tage meistgehörte Satz überhaupt, aber beginnen wir doch mal am Anfang (gerade habe ich nämlich Strom und einen schon zu 88% aufgeladenen Akku, sprich, die Schreiblaune kann exzessiv genutzt werden):

Am 27. fuhr meine herzensgute Mutter mich doch mit dem Auto zum Bahnhof, nachdem ich nachdrücklich die Anreise per Bahn verweigerte (der Rucksack ist schwer und unbequem und die nachfolgende Reise ja wirklich lang genug). Zum Glück sage ich nun! Denn es gab meinen Flug nicht. Zumindest nicht als Abflug in Frankfurt, denn als Ankunft in Delhi gab es ihn 😉 War ein Fehler, Air India hatte den Flug gestrichen, aber mir nicht Bescheid gesagt. Hat mein Reiseanbieter auch nicht und nun ist schon die erste Beschwerde über die Airline raus und mal sehen was das bringt. Zunächst nämlich nur Drama und mir eine weitere Nacht im (bequemen!) Bett mit (ausdauernder, heisser!) Dusche und noch drei Lebkuchen sowie ein McFlurry Twix (Notiz an alle: die Portionen im Flughafen sind teurer, aber auch megamäßg riesig!). 24 Stunden später durfte ich dann abfliegen und diesmal brachte mich ein Freund zum Flughafen, der sich nicht entscheiden konnte, ob Hausarbeit schreiben oder nach Indien fliegen das kleinere Übel war 😉 

 

Der Flug selbst war typisch Air India, sprich turbulent ohne Ende und mit massig Whiskey für alle Inder (ich verallgemeiner hier echt nicht, jeder der mal Air India flog, weiss sofort, was ich meine g). Danach riesiges Geschnarche und aufgrund vollkommen ausgebuchter (tzja wieso nur, wenn sie einfach einen Flug absagen und alle ohne ihr Wissen 24 Stunden später buchen) Economy Class in der Maschine war auch angenehmes Schlafen nicht drin. Allerdings wurde ich (ich bin ganz gut im pissig gucken und vllt auch mich auf Hindi beschweren) in die Businessclass befördert..da gabs dann immerhin guten Weisswein und Ohrstöpsel fürs Geschnarche rundrum..und mit Batman Begins zum Frühstück über Kabul (auch hier wieder so ein „und täglich grüsst das Murmeltier“-Moment) war ich dann wieder gut gelaunt 😉

 

In Delhi hat natürlich die Einreise nicht sofort funktioniert „wieso sind sie schon wieder hier“, „was wollen sie so lange in Varanasi“ blabla und viele buddhistische Pilger (die hier waren so gar nicht friedfertig sondern recht aggressiv) am Bus haben aus meinen angenehmen vier Stunden Umsteigezeit doch etwas mehr Gehetze gemacht. Da ich den Anschlussflug mit einer billigen indischen Airline hatte und nicht mit ihr India musste ich das Flughafengebäude wechseln, allerdings zu einem mir bisher unbekannten Terminal mit dem Bus. Das dauerte auch einige Zeit und ja, das muss mal sogar bezahlen 😉 Dann war ich so ziemlich allein unter Indern, aber hier war auch Einchecken und Security kein Problem mehr und dann sass ich auf einer Liege mit Stromstecker (ich will die hier haben!) und wartete auf meinen Flug. Zum Glück erwarb ich hier einen irrsinnig teuren Cappuchino und noch ein Wasser, auf dem Flug gab es nämlich ryanair-ähnlichen Service. 

 

In Varanasi begrüsste mich ein buddhistisches, musikalisches Empfangskomittee oder so ähnlich, da hier gerade eine wichtige budd Konferenz stattfindet..sie merkten jedoch recht schnell, dass ich da eher nicht dazugehörte und zogen enttäuscht wieder ab. Lustige Hüte hatten sie aber auf, so einen würde ich auch nehmen. Mein Gepäck kam unversehrt, aber wieder enorm dreckig (das war das letzte Mal auch schon so, ich frage mich, wie die Flugzeuge da nur aussehen g) und dann ging es hinaus ins Gewimmel. Taxifahrer und Hitze, die auf einen einprasseln. Ich kenne es mittlerweile, somit..macht mir das gar nix mehr aus und ich debattierte auch brav, dass ich das letzte Mal 300 bezahlte und jetzt bestimmt nicht 600 bezahlen werde, obwohl der Benzinpreis ja sooooo gestiegen sei 😉 Eine etwas hilflos wirkende Ukrainerin und ihre Mama nahm ich gleich mal noch mit, sodass wir am Ende für ein klimatisiertes Taxi (es war einfach keine Rikscha aufzutreiben) 400 Rupien bezahlten und der Mitfahrer (oder Chef des Taxifahrers) mit mir das „was weiss sie wirklich über Varanasi“-Quiz spielte..irgendwann glaubte er mir dann auch, dass ich wohl schonmal hier gewesen sei 😉

Vom Taxi aus schon sah ich vieles, was ich kannte und konnte so auch in etwa den weiteren Weg einschätzen, was ganz hilfreich war..und als er uns dann bei der Kirche (wo Rajesh und ich uns immer trafen) rauslief, waren es nur noch gute 10 Minuten zu Fuss bis zum Hostel. Die beiden Ukrainerinnen nahm ich kurzerhand mit, hatten sie ja noch keine Bleibe. Schon auf dem Weg dahin fielen mit zwei Dinge auf: keine Touristen bzw auch kaum Menschen auf der Strasse und dafür unzählinge tote Ratten. Natürlich trat ich auf eine und so schnell habe ich noch kein Desinfektionsspray auf meinen Fuss gesprüht, weil das sah nicht mehr schön aus 😉 Das waren wohl die Überschwemmungsüberbleibsel, denn ausser etwas Müll und einigen nassen Kellern sah man nichts mehr. 

 

Schon auf dem Weg durch die Gassen kam ich natürlich an zig Shops und Restaurants vorbei und andauernd erkannte mich jemand und freute sich..dabei bin ich wahrlich nicht der beste Kunde 😉 Ausnahmslos jeder sprach mich auf Hindi an (immerhin erinnerte sich jemand, dass ich diese Sprache mal besser beherrschte) und wollte gleich wissen, wielange ich bleibe, wie es mir geht und und und..das fühlte sich ja echt wie Heimkommen an. Im Hostel dann bei der Mama die Megabegeisterung, keiner hatte ihr erzählt, dass ich komme und dann gleich Strahlen, Drücken, Tee und und und..die Nachricht, dass Vishnu endlich verheiratet wird, wurde mir auch gleich offenbart und natürlich soll ich zur Hochzeit kommen (die leider am 6.12. und somit am ersten Tag meiner Rückkehr nach Deutschland ist). Bilder wurden gezeigt, jeder kam um mich zu begrüßen, auch die Nachbarn und die Hunde erkannten mich auch wieder 😉 Also alles super. Das Erdgeschoss stand nicht mehr unter Wasser, war aber noch total chaotisch und man sah, dass hier vor Tagen noch Wasser war. 

 

Mein Zimmer hier im dritten Stock sieht aus wie immer, mir fehlt lediglich der Tisch und ich habe neue tolle Dekogegenstände wie eine nicht funktionierende Uhr 😉 Mir war nicht bewusst, dass es hier unter dem Dach soooo heiß sein würde. Jammerte ich das letzte Mal wegen Kälte, gerade verende ich hier. Denn letzten September wohnte ich ja in der schattigen Megawohnung, wo auch der Ventilator immer funktionierte..hier wacht man nachts nun halb im fiebrigen Delirium auf, weil der Strom und somit der Ventilator weg sind..und weg bleiben..naja, nicht jammern, sonst wird’s wahrscheinlich gleich wieder eiskalt 😉 Eiskalt ist auch die Dusche, wobei wir immerhin fünf Minuten heisses Wasser hatten, dann kurz kaltes und dann war es weg. Ist besonders gut, wenn man nachts aufwacht und sich mal kurz Wasser auf den Körtper hauen will, um den Schweiss wegzukriegen..

 

Am Samstag schlief ich primär oder sagen wir eher, ich lag hier rum und freute mich, wenn der Ventilator funktionierte. Irgendwann gabs kurz Wasser und danach ging ich auf der Suche nach Internet raus. Das war nur so mässig vorhanden. Da man am Ganges nicht entlang kann (ich machte ein Foto vom Wasserbüffel, der gemütlich entlangschwamm, wo ich eigentlich entlanglief) musste ich durch die engen Gassen und konnte mich nicht so genau erinnern, wann ich nun zum Fluss abbiegen muss um zur Lotus Lounge (einem sicheren Hafen mit Internet g) kam..somit nahm ich übermäßig viele Stufen in Kauf, da ich andauernd wieder hoch und runter und ein Stück weiter und wieder runter und hoch musste..schlussendlich fand ich es, genehmigte mir einen Bananalassi und versuchte das ebenfalls sehr instabile, lahme Internet (die Blogseite wollte es mir nicht laden). Aber dafür gab es eine geniale Aussicht direkt auf den Ganges und den darüber erscheinenden Vollmond. Es waren sonst nur zwei weitere Gäste im Restaurant und somit war es einfach nur still, toll, friedfertig..man kann den Anblick und das damit auszulösende Gefühl des Ganges nicht in Worte fassen..aber einfach nur perfekt ist mal ein Anfang (wenn man sich dabei nicht halbtot geschwitzt hätte). Anschliessend ging es die obligatorische Kopie von Pass und Visum fürs Hostel machen (was jetzt nicht nach 20 Minuten klingt, die ich in dem Copyshop verbrachte, bis dies erledigt war) und dann zum Essen, so einmal am Tag sollte das ja sein. Aber bei der Mörderhitze trinkt man irgendwie lieber nur..auch hier war der Besitzer sofort happy über mein Erscheinen und wusste auch genau, was ich haben wollte 😉 Das fand ich dann doch faszinierend, war ich immerhin seit 8 Monaten nicht mehr da gewesen..er fragte mich dann auch gleich aus, korrigierte (dankenswerterweise!) mein Hindi und kochte mir wie immer mein liebstes Aloo Palak in Indien. Das ist quasi Spinat mit Kartoffeln, aber indisch gewürzt und mit einem Naan (Brot) oder Reis nur genial..das kann ich echt täglich essen und werde das auch definitiv machen 😉

 

Sonntag aka hoffentlich heute werde ich mich ab in den Süden begeben zum Assi Ghat. Auf dem Weg dahin (der ja jetzt durch die Stadt und nicht mehr malerisch am Ganges entlang) werde ich beim Kleidergeschäft vorbei, meine Kutas von letztem Jahr sind doch noch etwas eng jetzt zu Beginn und dann beim Buchladen vorbei, da ich gleich mal einige Bücher vorbestellt, die ich benötigen werde. Danach zum besten Thali für meinen Gusto und dann geht schon wieder die Sonne unter 😉 Immerhin funktioniert gerade das Internet im Hostel, somit kann ich den Bericht abtippen (Bilder hochladen war gerade ein utopisches Unternehmen, somit leider leider nur Text).

 

I’ll be back.

Na, wer wollte nicht auch schon immer mal Schwarzenegger zitieren..tzja, da bin ich euch wohl zuvorgekommen 😉

Morgen, 26.09.2012, 21.50h sitze ich im Flugzeug nach Delhi, dann dort auf dem Flughafen und irgendwann nachmittags heisst es dann:

Varanasi, here I am (and yes, I f***ing missed you!)!

Mal sehen, wie es ist, die Medien überschlagen sich ja mit den tollen Worten „Seuchengefahr“ aufgrund der viel zu langen und intensiven Monsunregenfälle..aber erst selbst angucken und notfalls dann eben „ausweichen“ bis es keine Cholera mehr gibt.

Folgt mir wieder, ich freue mich 🙂 Als besonderes Goodie fliege ich auf die Andamanen und wer davon kein Bild sehen mag, dem ist doch auch nicht mehr zu helfen *g*

Pondi. Versuch eines Resumees.

Pondicherry meinte es zunaechst nicht gut mit uns. Auf dem Weg dorthin erhielt ich von meinem indischen Freund Rajesh eine SMS, ein Taifun sei dorthin unterwegs. Ich dachte mir jedoch, er wuerde uebertreiben und es wuerde einfach nur regnen. Somit fuhren wir ohne einen zweiten Gedanken an das Wetter von Chennai aus mit dem Bus nach Pondicherry. Was auch ein kleines Erlebnis war, denn der Bus fuhr nicht, wie erwartet vom Busbahnhof, der gegenueber des Bahnhofes liegt, nein, er fuhr von dem ausserhalb..somit ging es stehend mit Gepaeck im vollgequetschten Bus durchs unter Wasser stehende Chennai..schoen nach 40 Stunden Zugfahren, ohne Frage 😉 Von dort aus erwischten wir dann einen Deluxe-Klimaanlagenbus, der uns mit der Kaeltehoelle fast toetete, aber nach drei Stunden Sitzen bequem ans Ziel brachte. Eher unbequem war, dass unser Host uns zehn Minuten vor Ankunft absagte. Und da standen wir nun. Dunkel, Nass, Regen, Kaelte, kein Hotel, keinen Plan und Hochsaison in dem Ort. Ein Festessen fuer die Rikschafahrer, genau 😉 Egal wie oft wir sagten, Guesthouse und was unser Budget ist, wir fuhren von viel zu teurem Hotel zu viel zu teurem Hotel und sahen gleich mal die Ausmasse, die ein Taifun so mit sich bringt. Viele Strrassen waren unbefahrbar, da Baeume im Weg lagen oder Strommasten umgestuerzt waren. Da es immer noch regnete, stand auch ueberall Wasser. Schaeden an Haeusern sah man eher weniger, es gab lediglich in den meisten Haushalten keinen Strom mehr. Was ja auch verstaendlich war. Leider hatten somit viele Hotels auch geschlossen, was unsere Auswahl minimierte. Schlussendlich landeten wir bei einem nicht sympathischen Mann, der keinen Cent runtergehen wollte, obwohl er uns ja den Luxus einer heissen Dusche nicht erfuellen konnte. War ihm aber egal. Und so bissen wir in den sauren Apfel und zwar zweifach. Viel zu teuer und auch noch kalt *g* Naja, wir schliefen trotzdem hervorragend, da unsere Koerper einfach fertig vom Reisen waren. Am naechsten Morgen ging es dann gleich mal raus zum Strand. Und endlich – es war warm. Nein, richtig schoen heiss und hell und sonnig. Gleichzeitig hatte man aber auch Endzeitstimmung, da ueberall Baeume und Muell herumlagen..an einigen Ecken wurde fleissig geputzt, an den meisten jedoch erstmal nichts getan. Von unseren Guesthouse im indischen Teil liefen wir nun durch den franzoesischen Teil der Stadt zum Wasser und das war alles schon sehr skurril. Franzoesische Strassennamen, brav orthogonal angeordnete Strassen, Baeckereien, sehr viele Westler (so viele hab ich in der ganzen Indienzeit nicht gesehen!), geregelter Verkehr, Verkehrsschilder (die beachtet werden) und und und..ich hatte wirklich haeufig hier nicht das Gefuehl, gerade in Indien zu sein. Eher in diesem Vorort in Paris, wo ich mich mal mit meiner Mama hinverfahren habe 😉 Ok, dann waren wir am Strand. Natuerlich auch hier Chaos und Verwuestung aber auch kein Sand! Meine paradiesischen Vorstellungen von „ich lauf mal schnell mit den Fuessen ins Wasser“ wurden zu „ich klettere mal diese Steinbrocken, wie sie auch an der Nordsee liegen mit Flipflops runter und versuche nicht hinzufallen“ auf den harten Boden der Tatsachen gebracht. Vor den Steinen gabs allerdings noch eine matschige Uferpromenade, wo alles herumflanierte..bei voller Mittagshitze. So suchten wir uns auf dem Boden gegenueber der Gandhistatue ein schattiges Plaetzchen und verkoestigten unsere franzoesischen Backwaren. Ja, das war schon nett und die naechsten Tage gab es noch viiiiel Baguette und Broetchen und Kuchen..kulinarisch bietet Pondi schon einiges (nur mit Kaffee haben sie es auch hier leider nicht..einen einzigen guten Kaffee trank ich). Besonders gerne mag ich nun uebrigens Baguette mit Sesam aussen..wieso hab ich das nur bei uns noch nicht gesehen, das schmeckt genial! Und wenn ich hier schon beim Essen bin, soooo schlimm wie es uns doch ging, gab es auch noch Eis! Und zwar von Baskin&Robbins! [zwar auch eher zum amerikanischen Preis, aber da es das letzte war, was wir 2011 gegessen haben..drin!]. Die indische Alternative „Richie Rich“ ist uebrigens in keinster Weise weniger gut..hier haben wir gleich zweimal zugeschlagen! Also am Essen hat der Taifun nicht geschadet. Den ersten Tag verbrachten wir dann mit Stadt erkunden und auf unseren Host warten, der dann abends wieder absagte und wir uns somit eine neue Bleibe suchen mussten. Es wurde ein indisches Guesthouse, was schon mal 600 Rupie billiger war und durchaus in Ordnung..immerhin hatten wir ein Telefon im Schrank! Internet war auch nur sehr schwer zu bekommen, die meisten Restaurants etc hatten wegen den Taifunschaeden noch zu und so fanden wir schliesslich nur ein einziges, was teuer war und wieder enorm klimatisiert..somit froren wir, hatten aber Internet [und ich bereute meine Kerzen in Varanasi gelassen zu haben!]. Sylvester „feierten“ wir dieses Jahr etwas anders. Erst gingen wir suedindisch essen in einem „Etablissement“, wo wir auch etwas auffielen, es aber sehr lecker schmeckte. Positiv ueberrascht wurde ich echt vom Dosa, das war viel leckerer als in meiner Erinnerung. Wenn ich es jedoch auch weiterhin nicht sonderlich haeufig essen werde 😉 Nach dem Essen irrten wir auf der Suche nach irgendeiner Party durch die Stadt, fanden aber nur sich betrinkende Jugendliche am Strand und eine Kundgebung eines Gurus, der auch unser Shakti fliessen lassen wollte..somit gab es [wie sehr haeufig] ungezieltes Herumlaufen mit dem Highlight der Eisfiliale 😉 Dann wieder zum Strand, wo mittlerweile Massen an Indern waren, die aeusserst lustig tanzten und andere Rituale auffuehrten und dann gab es 5 vor Feuerwerk und danach nichts mehr. Einige zuendeten Kerzen an, die in Kuchen steckten, die meisten schrieen herum und nach 15 Minuten raeumte die Polizeit mit Stoecken die gesamte Promenade. Wir durften uns alle durch eine winzige Absperrung quetschen..ein Traum 😉 Viel Haendegeschuettel und freudige Inder spaeter fielen wir dann auch schon ins Bett. So frueh waren wir beide definitiv noch nicht an Sylvester im Bett gewesen! Der naechste Tag startete super, unser zweiter Host meldete sich und wir hatten endlich ein einheimisches Dach ueber dem Kopf. Fruehstueck gabs auch wieder franzoesisch, mit einer Art Cappuchino und einer Tarte und wir liefen den Tag ueber quer durch die Stadt [da sie nicht sonderlich gross ist, keine wahre Kunst, ich weiss]. Vorm Supermarkt wurden gratis Schogetten verteilt, ich konnte endlich meine Zahnpastagelueste befriedigen [die eklige Ayurvedapaste ist fast leer, Zitronesalz und eine Whiteningstueckenpaste warten schon auf mich!], Nagellack wurde auch noch gekauft und das Sortiment insgesamt mal begutachtet. Nachmittags waren wir in einem ganz tollen Laden-Kaffee-Mix, welcher von einheimischen Frauen betrieben wurde. Sie stellten dort selbstgemachte Sachen zum Verkauf und ich erwarb Ohrringe mit Kricketspielern, wie genial ist das denn bitte! [Andenken an Pondi check]. Lustigerweise merkten wir nebenbei, dass es hier nicht nur Strom im Restaurant, sondern auch noch Wifi gab und so waren wir gluecklich 😉 Erst tranken wir nur anstandshalber was, und das war superlecker, denn bei mir frischgemachter Eistee und dann ass Thomas Falafel, die so unsagbar gut aussahen, dass ich sie auch haben musste *g* Wohlgemerkt ist Pondicherry schon sehr viel teurer als Varanasi und die Falafel haette ich auch in Berlin fuer den Preis kaufen koennen..aber lecker! Nach franzoesischem selbstgemachten Fruehstueck machten wir uns auf nach Auroville. Auch hier hatte der Taifun seine Spuren hinterlassen, doch konnte man ohne Probleme zum Visitorcenter gelangen, wo wir einen Film ansahen, eine Ausstellung, mehrere Geschaefte, einen spannenden Buchladen und schliesslich ein suedindisches Thali assen [viel zu viel Reis und kein Brot!]. Dann schlenderten wir durch das Gelaende zur „Konzentrationskugel“, wo ausser uns nur ein paar Inder herumsassen und wir in Eintracht dieses Ding anstarrten. Reingewollt haette ich gerne, doch darf man das als einfacher Besucher nicht, was ja auch Sinn macht, denn wer kann sich noch konzentrieren, wenn andauernd Menschen rein und rausgehen. In Pondi sahen wir uns noch einen suedindischen Tempel an und assen dann mit unserer Gastfamilie und ihren beiden bezaubernden Kindern ebenfalls suedindische Sachen (und ja, ich ass ein halbes hartgekochtes frittiertes Ei!). Busfahren! Wir muessen die indischen Verkehrsmittel ja vollstens ausnutzen. So ging es nach Thiruvanamalai [ich hoffe man schreibt’s so, ich kann nicht im Internet abgucken]. Die Fahrt dauerte hin nur knapp halb so lange wie zurueck, kostete aber auch das Doppelte..suchen wir den Sinn 😉 In Thiruvanamalai gibt es nicht zu sehen ausser einem riesigen und wichtigen Shivatempel. Somit sahen wir uns diesen an. Setzten uns in den Schatten und machten wahnsinnig viele indische Pilgerinnen gluecklich. Die Kommunikation war zwar aufgrund der Tamil-Hindi-Barriere mehr als beschraenkt, aber Haendeschuetteln zum Ende hin brachte allen ein Laecheln auf die Lippen (dass ich auch mal indische Frauen gluecklich machen kann, wer haette das gedacht *g*). Dann gabs noch eine gelbe Schnur fuer mich zwecks Erinnerung und vier Bananen, wobei wir im Endeffekt sechs bekamen und ich drei an drei Sadhus verteilte..und dann liefen wir wieder..auf der Suche nach Tee, welchen wir fanden, tranken, Wasser fuer die Busfahrt kauften und wieder zurueckfuhren. Diesmal mit dem vollgestopften Bus, der alle paar Kilometer hielt und massig Leute einludt. Kurz zu indischen Bussen. Ich weiss nicht, wie die Inder das machen, dass sie dort drin sitzenkoennen. Denn der Beinabstand ist nicht machbar, meine Knie passen nicht an den Vordersitz, wenn ich meine Beine gerade habe. Somit mussten wir uns immer irgendwie verrenken und quetschen, dann noch massig Schlagloecher und dazu andauernde unvorhersehbare Stopps..Busfahren ist ein koerperliches Highlight und ich glaube fast, ich habe davon Muskelkater bekommen 😉 Abends gabs wieder enorm viel Essen und danach noch Eis..wir haben’s ja *g* Der letzte Tag, irgendwie gabs nichts neues mehr zu tun, wir schlenderten durch die Stadt, verbrachten viel Zeit in einem Cafe und kauften fuer die Kinder ein paar Kleinigkeiten (Blumen aus Knete bauen kommt super an!). Den Abend verbrachten wir dann mit unseren Hosts und unterhielten uns sehr gut. Zwei sehr nette Menschen, die sich ihren Traum erfuellt haben, ausserhalb von Frankreich zu leben und ihr Dasein als Lehrer zu gestalten. Die Kinder waren beide auch supersuess, wenn auch etwas scheu, aber sie sprachen ein so herrliches Franzoesisch, was man so gut verstand..ich haette durchaus zwecks Sprachenlernen noch etwas bleiben koennen 😉 Aber nein, am naechsten Morgen ging es eklig frueh los. Um 6.23h aufstehen um kalt zu duschen, wer hat da keine Lust drauf? Eben. Immerhin hielt mich der darauf folgende Kaffee mit Kaesekuchen von suizidalen Gedanken ab..wobei, als wir unsere Rucksaecke wieder schultern mussten..ich bin einfach schwach. Ich habe definitiv keine 20kg dabei, ich lasse sogar schweren Herzens enorm kaputte Klamotten zurueck (mein Herz blutet), aber trotzdem wird das Ding weder leichter noch sympathischer..oder gar bequemer! Einzig gut ist es im Zug zum Beine drauflegen, aber nein, das rechtfertigt sein Dasein null. Mit zwei Baguette bewaffnet, marschierten wir in der Hitze zum Busbahnhof und waren fuers erste Mal fertig. Nun wieder in den Bus (auch hier diesmal die Billigversion- halber Preis, doppelte Fahrtdauer und eine Million Menschen) und kamen irgendwann in Chennai am Busbahnhof an. Von dort mit einem anderen vollgestopfen Bus zum Bahnhof. Tschaka! Auf zur Gepaeckaufbewahrung und weg mit den Rucksaecken, hervorragend. Und ja, was nun. Chennai hat laut Reisefuehrern nix zu bieten..wir sahen eine schwarz gekleidete Pilgergruppe und mischten uns mal unter. Die schienen jedoch auch keine Ahnung zu haben und so liefen wir einfach mal ueber den Fluss und immer weiter geradeaus 😉 Unter einer Bruecke machten wir dann Pause und erfreuten diverse Vorbeifahrende mit Winken, die Polizei fuhr auch gleich mal vorbei 😉 Weiter gings zu einer letzten suedindischen Koestlichkeit in Form eines Dosas mit Blumenkohl und dann waren wir im Elektroshoppingparadies..nur gabs nirgends mein eigenes Paradies in Form von einem Cafe mit Wlan 😉 Wir suchten weiter und fanden lustigerweise ein funktionierendes iPad2, wo wir ein Internetcafe suchten..wir Fuechse! Das sollte in einer riesigen Mall sein, wir fanden auch eines in unsabgar haesslicher Umgebung und naja..vergnuegten uns dann laenger in dieser enorm grossen, enorm verschachtelten Mall, wo man irgendwie alles kaufen konnte. Ich goennte mir mal wieder ein paar Filme und hoffe sehr, dass sie diesmal nicht auf Tamil sind, sondern auch Englisch, wie mir erneut versprochen wurde. Sehen wir mal. Ansonsten war es mal wieder krass, wie sehr man hier doch auf westliches Fastfood abfaehrt! Und wie wenig ich selbst Lust drauf habe, wenn ich gleichzeitig doch so tolles indisches Essen haben kann. Man mag echt immer das, was fremd ist *g* Ein wenig Nervenkitzel hatte der Tag auch noch, da wir bis 19.00h noch immer auf Platz 1 und 2 der Warteliste..um 21.00h hatten wir dann unsere Tickets in der Hand und konnten uns auf dem Bahnhof vergnuegen. Um dort die Berechtigung des Sitzens zu erhalten, tranken wir massig Tee und freuten uns sehr, als wir um 23.00h schon unseren Zug entdeckten. Kurz Sitzplatz getauscht, Bett bereitet und schlafen. Ich war mehr als nur fertig und fuehlte mich vom koerperlichen Zustand her nicht, als ob ich nun 29 Stunden Zugfahren sollte..aber hey, Kolkata wartet! Erstaunlicherweise war die erste Nacht sehr ruhig (oder ich hab einfach nichts mitgekriegt). Auf jeden Fall wachte ich enorm fit auf und verbrachte den Tag mit Lesen und Sudokus loesen..herrlich entspannendes Nichtstun gepaart mit weiterem Schlafen und mich mit diversen Leuten unterhalten. Heute dabei: die Touristenbeauftragten von Orissa, soviel Werbung machten sie fuer ihre Heimat 😉 Ein Mann, der auch nur auf Ordiah sprach (wovon ich gleich null verstand), eine Frau, die auch Ethnologie studiert hat, ihr Chef irgendein Politiker (der gleich massig Bilder mit mir wollte) und ein netter junger Inder, die eine unsagbar angenehme Sprechstimme hatte. Dann gings schon wieder ab auf die Pritsche, denn um kurz nach 4 und sogar ueberpuenktlich landeten wir in Kolkata. Endlich! Kolkata im Morgengrauen! Kolkata um 4..ein Hochpunkt! Es war auch hier nass, wir haben es echt nicht mit Orten und Wettervorhersagen, denn egal, wie sie sein sollen, wir kriegen erstmal den Regen 😉 Von dem einen Bahnhof fanden wir heraus, mussten wir mit dem Bus zu einem anderen Bahnhof. Gesagt, getan, eine Stunde war um. Von dort dann mit dem Zug ab in den Vorort. Ebenfalls kein Problem, wir hatten sogar Sitzplaetze und mussten nicht in den Wagen, wo die Fische auf dem Boden herumlagen. Nun am Bahnhof einen Tee trinken und warten, dass es 6 und somit eine halbwegs christliche Zeit fuer eine SMS an unsere Gastgeberin ist. Dann suchten wir die Strasse, fanden sie auch, aber tzja..wie wir nun wissen, gibt es mehr als eine School Road in Kolkata! Und ja, die eine ist seeeehr im Norden und die andere seeeeeeehr im Sueden. Somit ging es wieder in den Zug (diesmal war Rushhour und wer Bilder von indischen Zuegen kennt, weiss nun, wo wir mit den Rucksaecken reinmussten). Umfallen konnte man zum Glueck ja nicht! Dann raus und in die Metro..einfach mit dem Menschenstrom schwimmen..und dann fuhren wir sehr lange Metro. Was angenehm war, da sie gerade noch nicht so voll war und es gibt reservierte Plaetze fuer Frauen, an die sich auch gehalten wird. Von der Metro liefen wir dann und suchten erneut..es gab auch die Strasse und alle Hausnummern..nur war unsere Nummer eine Apotheke und der Mann hatte keine Ahnung, wovon ich sprach. Zum Glueck fand unsere sehr liebe Gastgeberin dann schliesslich einfach uns..wir fielen hier auch ein klein wenig aus, viele Touristen kommen hier bestimmt nicht mehr (wer googlen mag, Netaji Station und dann Schoolroad 17).

Frohe Weihnachten :)

Auch wenn hier nicht wirklich Weihnachtsstimmung ist..wobei ich gestern doch tatsaechlich sowohl eine indische Christin (die mich gleich zu ihrer Kirche schleppen wollte) als auch zwei Plastiktannenbaeume gesehen habe 😉 Kalt ist es auch, ich tippsel brav mit Handschuhen vor mich hin..ansonsten bin ich hier einfach nur supersozial, wenig zuhause und fix und fertig..mit vielen Menschen reden und immer nettsein ist auch anstrengend sehr wohl *g* 😉 Ich hoffe sehr, dass ich meinen naechsten Beitrag aus dem superheissen Pondi schreibe..

Passend zu heute hat mein Lieblingsrestaurant wieder geoeffnet, so steht dem Apple-Cinnamon-Pancake nun nichts mehr im Wege 😉

Euch allen wundervolle Weihnachten und angenehm entspannte Feiertage..ich finde unfassbar, wie schnell die Zeit hier rum geht..hachja. 🙂

Carpe Internet.

Da gibt es doch gleich noch mehr Bilder..wurde viel zu sehr vernachlaessigt bzw war unmoeglich.

 

Meiner! Wobei ich den gar nicht genug fuettern kann..und ich echt hoffe, dass er den Winter irgendwie ueberlebt..

Ich guckte fuenf Minuten zu wie diese Kuh das Auto ableckte..dann war mir zu langweilig, ihr jedoch nicht.

Ich zog mal wieder um, diesmal hausintern. Nun hab ich kein Badezimmer mehr oder Bewegungsmoeglichkeit..aber das Wlan funktioniert hier gerade..ich sag nur Prioritaeten setzen 😉

ich koennte hier echt den ganzen Tag Haeuser und Fassaden fotografieren..siehe oben und unten *g*

Bilder, Bilder, Bilder! :)

Ja, ich fuettere all diese Hunde. Und trinke dabei Tee mit immer neuen Leuten..ihr seht, die rechts da tragen schon Muetzen und das Bild ist locker eine Woche alt. Der nackte Arm neben mir ist iranisch 😉

Ja, eigentlich wollte ich da auch rein..nunja 😉

Mal wieder ein kleines MIttagessen..das ueberfordert unfassbar.

Ein kleines Alltagsbild mit doch soviel Aussagekraft.

das sollte eine Pizza sein..die erste und letzte in Indien fuer mich..Salat war drauf! Und Ketchup anstatt Tomatensosse..und in Oel angebratenes Gemuese..und der Teig war ein Chapati..hach nee..das war nix *g*

Ja, da musste ich durch. Nicht die touristischste Ecke 😉

Winterliche Momente *g*

Es wird immer kaelter und so langsam fuehlt es sich auch hier wie Weihnachten an. Wir haben zwar noch 10 Grad, aber 10 Grad zum drin Schlafen sind nunja..nicht das schoenste auf der Welt. Auch ist die Sonne nun sehr gemein, denn sie versteckt sich hinter vielen Wolken. Aber wir wollen ja nicht meckern, denn immerhin gibt es nun ein neues rund-um-die-Uhr-Entertainmentprogramm. Direkt vor meinem Balkon wird naemlich die komplette Strasse aufgerissen und das mit so tollen alten Werkzeugen, dass einem echt jeder Schlag ins Rueckenmark faehrt..dabei schlafen ist genauso gut wie dabei konzentriert was schreiben wollen. Nicht. Auf meine Frage hin, wie lange das denn dauern wird, kam naja so 2 Wochen. Da wir in Indien sind, behaupte ich kuehn, dass wird noch nicht fertig sein, wenn ich deutschen Boden betrete. Somit ueberlege ich nun stark, ob ich mir nicht heute noch eine neue Bleibe suche. Denn nach zwei schlaflosen und kranken Naechten habe ich echt keine Lust und keine gute Laune 😉 Da auch das Internet hier kaum noch funktioniert, ist naemlich auch der Hauptpunkt, wieso ich hier wohnen wollte, weg..also mal sehen, ob ich mich heute Mittag aufraffe..ich denke doch sehr, denn mit der Aussicht noch zwei Wochen hier zu sein..sie gefaellt mir gerade gar nicht. Die Aussicht, in zwei Wochen und einem Tag gerade aus einem Zug in Chennai zu taumeln, gefaellt mir aber umso mehr J

 

Aber nun mal zu den Ereignissen, langsam wird das soviel, dass ich da echt den Ueberblick verlieren. Gestern war hingegen recht einfach, da ich krank war, lag ich primaer schlafend im Bett rum. Dann unterhielt ich mich mit ein paar Leuten, suchte erfolglos ein sonniges Plaetzchen am Ganges, ging was essen ganz im Weihnachtsmarkt-Feeling (heisse Schokolade & Apfel-Zimt-Crepe) und lernte dabei zufaellig eine deutsche angehende Aerztin kennen..praktisch 😉 Mit ebendieser werde ich dann heute Abend meine mittlerweile etwas unschoene deutsche Sprache ueben..wobei wir gestern auch nur Englisch sprachen, da sich noch ein lustiger Japaner zu uns gesellte, der uns bestimmt zehn Minuten von seinem Lieblingsessen (Spaghetti Cabonara) verschwaermte..und dann flugs zu Weltverschwoerungstheorien ueberging, ich sage euch, dass war mal ein Cut.

 

Vorgestern fuhren Rajesh und ich zuerst zu einem Altenheim, was noch gebaut wird..aehm ja..nicht ganz meines, aber ok. Der Manager verkoestigte mich dort immerhin mit viel heissem Tee, das war super und ich konnte ihm tolle Zukunftsfragen stellen. Da sie 2012 fertig sein wollen, kann ich das dann auch gleich mal ueberpruefen, was er mir so erzaehlt hat 😉 Dann fuhren wir ewig hatte ich das Gefuehl und kamen bei der Siedlung DLW an. Das steht fuer Diesel Locomotive Works, versank in den Fluten einer geplatzten Wasserleitung und ist ein unendlich grosses Gelaende, wo alle Mitarbeiter wohnen, die dort arbeiten sowie die Gebaeude, in denen sie arbeiten. Dort mussten wir nun herein, denn Rajesh hatte Arbeit zu erledigen (er fotografiert fuer verschiedene indische Zeitungen). Ein Bild des Sportministers von DWL..die haben anscheinend fuer jede Sportart Trainer und ein Team und treten gegen andere indische Zugarbeiter-Mannschaften an..skurril? Ja. Wir warteten also in einem winzigen Buero, was vollgestopft mit Trophaen und Urkunden sowie Fotos war (ich fuehlte mich wie bei einem Safaritypen nur eben mit sportlichen Trophaen anstatt ausgestopften Tieren)..und dann kam dieser etwas aeltere Mann und posierte hinter seinem Schreibtisch fuer drei Bildchen. Ein ehemaliger Hockey-Olympiasieger..man verzeihe mir hier, dass ich seinen Namen schon wieder vergessen habe und ihn auch nicht auf der Strasse erkennen wuerde *g* Anschliessend ging es noch in einen echt tollen Buchladen, aber ich war (gluecklicherweise) nicht in Kauflaune und so gabs nur ein kleines Buechlein, mit dem ich mich dann beim Essen beschaeftigte. Dann noch ein langer Spaziergang am Ganges entlang und so weiter 😉 Die abendlichen Hindilektionen folgten natuerlich, wenn auch nur abgeschwaecht, da ich mich schon krank fuehlte.

 

Am Tag zuvor..ich muss echt ueberlegen..achja zuerst waren wir in einem richtigen Altenheim. Von einer religioesen Stiftung gefuehrt..und hier wohnten 10 Frauen und achtung: 1 Mann. Was freute ich mich, diesen zu sehen 😉 Hier hatte der Manager echt viel Zeit fuer meine Fragen, was toll war und dann durfte ich mit den alten Leuten fernsehen..irgendeinen uralten Hindischinken. Eine suedindische Frau war grossartig..nachdem sie erfuhr, dass ich Deutsche bin, schrie sie zweimal „Hitler“, fragte mich ob ich denn verheiratet sei und schenkte mir dann zwei Aepfel 😉 Danke sehr! Der Manager gab mir dann auch noch ein paar huebsche Bildchen und weiter ging es zum Muktibhavan. Grosse Aufregung, hatte ich hierrueber ja erst ein Buch gelesen und dann war das auch noch derselbe Manager wie 1997..allerdings war der hm..naja ging so nett. Er schien nicht sonderlich interessiert und als ich anmerkte, ich kenne das Buch, meinte er nur, dann wuesste ich ja alles 😉 Klar in 14 Jahren aendert sich ja bestimmt nix..naja, am Ende wurde er ein bisschen gespraechiger..ich beobachtete aber eh viel mehr die Frau, die zum Sterben hierhergekommen war..sie sah (wohl leider) sehr fit aus und ass ein sehr lecker aussehendes Thali. Weiter ging es zu einer Art Dorf, wo Menschen mit Hautkrankheiten, primaer Lepra leben..da es auch hier alte Menschen gibt, war das sehr spannend zu sehen und ja nett. Da ich eher selten (nie) Kontakt mit Leprakranken hatte, mal eine neue Erfahrung. Abschliessend ging es noch zu dem spirituellen Lehrer von Rajesh, ein ueber 80jaehriger unfassbar sympathischer Mann! Er wohnt in einem Ashram fuer alte heilige Maenner, die hier auf ihr Ende warten..ich weiss noch nicht genau wieso, aber die geben einem immer alle Zuckerstuecke zu essen..mein Kreislauf bleibt somit stabil. Er hat uns gute Tipps geben koennen und ich verstand sogar sein Hindi etwas..es wird J

 

Vor diesem Tag gab es wieder ein Altenheim, was superidyllisch auf einem riesigen Gelaeunde gelegen war, wo auch eine Schule, ein Pilgerheim etc war..hier hatte der Manager nicht viel Zeit, aber ich wurde mit Zucker ueberhaeuft..von dort ging es noch zu einem anderen Ashram, wo alles etwas komisch war und damit endete, dass ich auf einer Dachterasse mit dem Hammerausblick irgendeine eklige Suessspeise essen durfte..die war schwammartig und man musste sie auspressen. Das Gelbe, was gallertartig rauskam, wurde naemlich nicht gegessen. Dass ich das runtergekriegt habe, fasziniert mich ehrlich noch immer..und dann fuer null Informationen..aber nungut.

 

Ihr seht..langweilig ist was anderes..wobei ich gestern und heute krank war und somit mal bibbern im Bett lag und versuchte, mir Internet zu organisieren. Funktionierte leider nicht, aber dank Baustelle und Gesang von 15 Maennern in der Wohnung (ich drehte mal ein Video) wurde es wenigstens nie ruhig 😉

Gestern lernte ich eine Deutsche und heute dann noch einen Deutschen kennen, mit denen ich dann mal zu Abend as und mich morgen Nachmittag zum Shoppen verabredet habe. Wobei sich meine Kauflaune noch immer echt in Grenzen haelt..ich werde wohl erst kurz bevor ich nach Delhi fliege, einkaufen und dann auch dort noch mal ein wenig zuschlagen. Irgendwie bin ich im Moment immer nur am dran denken, dass ich das ja vllt noch mit mir rumschleppen muss und dann demotiviert.

 

Jetzt zu ach so spaeter Stunde (kurz nach 23.00h) kann ich nichts mehr tun ausser hier sein. Also es ist schon sehr krass, dass man nach 21.00h in vielen Restaurants nicht mal mehr bestellen kann und man allerspaetestens um halb 11 rausgeworfen wird, da sie zumachen. Und dann ist auch einfach ueberall dunkel und echt jeder Kiosk zu. Zum Glueck kaufte ich mir heute die Familienmegapackung Nuesse zusammengeklebt mit Zucker (hat bestimmt einen tollen Namen). Ich wollte nur ein Stueck, ging nicht, nun hab ich 450g und mir ist jetzt nach vielleicht 50g schon mehr als schlecht..aber lecker isses! Sowas hab ich das letzte Mal in der Dominikanischen Republik gegessen..auch immer bis zum Verderben *g*