Dass ich mal an Claude Levy-Strauss im Urlaub denken muss..nunja 😉 Die ersten drei Tage war das Wetter genial, wir durchwanderten die halbe Insel, lagen an traumhaft schönen Stränden herum, gönnten uns Kokosnuss direkt von der Palme und und und..also alles, wie man sich das so vorstellt. Lediglich störend war, dass man nicht schwimmen konnte. Das Wasser war nämlich überall viel zu niedrig, aber ok, wenn man sich totstellte, trieb man immerhin etwas oben und das Wasser hatte definitiv Badewannentemperatur..aber dann!

Nachts weckte uns das erste Gewitter, denn ein Monsunregen ist kein normaler Regen, sondern der haut so richtig runter. Aufs Wellblechdach, was dann noch ein wenig lauter ist. Von da an regnete es. Und regnete. Und regnete. Erst noch halbwegs nach Zeitplan (zwischen 8 und 12 Uhr morgens nicht, sonst quasi durchgehend), an den letzten Tagen einfach immer. Der Regen war auch so, dass der Strom in unserer Hütte ausfiel und man sofort klitschnass war, wenn man durchwollte (was dann zu Erkältung führte, da er nicht tropisch war war wie erwartet). Somit verbrachten wir die meisten Zeit auf unserem Balkon (beim Gedanken an Plastikstühle schreit mein Hintern panisch auf!) und verschlangen Bücher. Zum Glück hatte Thomas fünf Stück mitgenommen, ich mit meiner „Lolita“ wäre wohl banal gesagt gestorben vor Langeweile. Morgens gingen wir geschwind irgendwohin zum Frühstücken, Sachen kaufen oder versuchten, wenigstens etwas Strand zu geniessen, bevor der Regen runterging..und abends dann versuchten wir eine Regenpause (haha..) zu nutzen, um trocken zum Essen zu kommen..also leider war da nix mit Tauchen, Schnorcheln, in der Sonne liegen und braun werden..ich behaupte, man sieht nicht, dass ich zwei Wochen auf einer tropischen Insel war 😉

Zum Glück hatten wir nette Menschen, mit denen wir gemeinsam die Zeit rumkriegen konnten, das hat dann doch nochmal einiges rausgerissen..aber leider war der Urlaub ein etwas nasser Spass..und wir irgendwie doch froh, also wir das Schiff zurück nach Port Blair nehmen durften. Auch so ein kleiner Akt, da man die Tickets nur 2 Tage vorher kaufen kann (wieso?) und sie nur gehen, wenn Internet geht (was nie geht..diese Schlauheit!) und es dann ganze 200 Plätze pro Tag gibt und es minimal mehr Menschen, die mitwollen..nunja, wir hatten Glück, die Überfahrt war für meinen Magen die Hölle (nein, man kann Übelkeit nicht wegatmen) und Port Blair ein Dreckloch, was keine Minute lohnt. Unser Zimmer da war auch gruselig, die Kakerlaken im Bad (igitt igitt igitt) die Hölle, aber hey, wir sahen Spiderman 2 und X-Men (der zweite Fernseher im Hotel *g*) und hatten leckeres Punjab-Essen (wieso auch immer hier). Sonst hat Port Blair absolut nix sehenswertes, wir lachten uns durch die Plastik-Kaufhäuser und hingen primär im Zimmer rum. Auch der Rückflug verlief wieder gut, wir kamen mehr als pünktlich an und waren viel zu früh am Bahnhof in Kolkata..da sassen wir nun rum, ich schlug mich mit vielen am Bahnhofskiosk um ein vegetarisches Thali und unser Zug fuhr sogar zu früh ein..alles verrückt 😉 Damit wir aber ja nicht zu früh ankommen, standen wir dann eine Bahnstation vor Varanasi 60 Minuten rum (einen Tag später entgleiste hier ein Zug und heute wurde da einer überfahren..). Und dann hatte uns das laute, trubelige Indien aka Varanasi wieder. Punkt 1: es ist hier nachts mittlerweile wieder arschkalt, was sofort bei beiden zu Erkältung etc führte. Das liegt daran, dass die Zimmer null isoliert sind, bzw die Tür hat 10 cm Luft zum Boden und das Fenster im Zimmer keine Scheibe und nix zum Zumachen, man hat also die angenehme 10 Grad kalte Luft zum Schlafen. Als ich um eine Decke bat, meinte der Typ nur, es sei nicht kalt und ich solle doch kalt duschen, das sei gesund (in sein neu aufgestelltes Trinkgeldglas werfe ich bestimmt nix). Bisschen tourimässig liefen wir an den Ghats lag, Thomas durfte nochmal Inkompetenz von indischer Seite im Altenheim erleben und dann wars auch schon Zeit, zum Abschiednehmen. Gerne wäre ich schon mitgeflogen! 🙂

Zum Glück bin ichs nicht, den ich habe noch an dem Tag den Magen-Darm-Kampf meines Lebens begonnen..noch immer mute ich meinem Körper nur Toast zu, denn nochmal brauch ich das nicht (es war sowas von der Trostapfelkuchen, ich weiss es *g*). In Kombination mit Antibiotika für die Erkältung und die Ohrenschmerzen..wobei das ja die Ursache, die Kälte nicht löst und somit schiebe ich jetzt Kranksein noch vor mir her bzw trage ich es mit mir rum bis es heisst, tschüss Varanasi 🙂

(hoffentlich kommt gleich noch ein Bilderpost, sonst hat das Internet aufgegeben)

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