Es gibt hier immer so ein kleines Problem, wenn man eine Rikscha anhält. Und zwar sagen die Fahrer, ob sie einen verstehen oder nicht, immer, dass sie wissen, wo man hinwill. Dass sie es nicht wissen, merkt man meist schon am Ausgangspreis, welcher viiiiiiel zu hoch gesetzt wird. So erging es mir bisher immer, wenn ich zu Rajesh wollte (der nunmal nicht an irgendeinem bekannten Monument wohnt, sondern in einem Wohngebiet). Das Viertel nenne ich dem Fahrer somit zuerst, das wird noch erkannt. Doch besteht so ein Viertel aus einigen staubigen Strassen und somit nenne ich immer noch ein halbwegs bekanntes Hochhaus sowie den guten Hinweis „große Strasse und zwei Tankstellen“. Mal komme ich da direkt an (es sind nur 10 Minuten und 10 Rupien normalerweise) an, meist jedoch fahren wir erst eine Ewigkeit durch mir unbekannte Gassen, von denen ich natürlich hoffnungsvoll annehme, dass es abkürzende Schleichwege sind, bis wir dann irgendwo stehen, wo mir nichts bekannt vorkommt und der Fahrer mehr Geld will. Die Taktik geht nur leider nicht auf, da ich sehr wohl auf Hindi meinen Unmut über verschwendete Zeit kundtun kann und auch nicht mehr bezahle. Gestern trat dann genau dieser Fall ein 😉

Zum Glück fanden wir dann irgendwann durch das Fragen diverser Passanten doch noch den eigentlichen Zielpunkt und nun hatte ich noch das kleine Problem, dass ich hier im Januar das letzte Mal war. Es war nicht mehr weit zu Fuß zu Rajesh, vielleicht wieder 10 Minuten, aber es sah alles recht gleich aus und auch irgendwie bekannt. Somit lief ich munter drauflos, auch immer mit einem zielgerichteten Blick (sonst wird man gleich angequatscht) und wurde immer unsicherer..bis ich sie sah! Die Schweine! Die immer an der gleichen Strassenecke im Müll fressenden Schweine! Wer bitte braucht Strassenschilder oder so, wenn es solch wundervolle natürliche Wegweiser gibt! Eben 🙂 Also an den Schweinen vorbei, nochmal nach links und ich stand vor der Haus. Bzw gleich im Innenhof, wo ich lauthals rief und nach Ewigkeiten auch mein Gastgeber kam..sein Hund erinnerte sich noch an mich und schleckte mich gleichmal von oben bis unten ab und dann wurde mir gleich Frühstück gebracht, wo jegliches Ablehnung sinnlos wäre (ebenso der spätere Tee, das säptere Mittagessen etc etc..man wird immer sehr gemästet). Den Tag verbrachten wir dann irgendwie mit Arbeiten für die Forschung und thematisch schwer schwankenden Unterhaltungen, die immer wieder durch kuriose „what what?!“-Ausrufe beiderseits unterbrochen wurden. Indisches Englisch zu sprechen gelingt mir nicht immer sehr gut 😉

Ansonsten fand ich heraus, dass mein dummes Smartphone nichts mit indischen Handykarten anfangen kann..hätte ich doch echt einfach wieder mein enorm billiges anderes Handy mitgenommen..kein Touchscreen, keine gute Kamera, aber hey, ich habe damit immerhin telefonieren können 😉 Uh und ich war -aufgrund Kleingeldmangel- in der Shopping Mall und da im Supermarkt. Auch hier äußerte man seinen Unmut, dass ich die 114 Rupien-Rechnung (das sind keine 2 Euro) doch wirklich mit einem 500-Schein bezahlen wollte. Aber man bekommt vom Geldautomaten immer nur 500 und die in Restaurants oder an den Strassenkiosken loszuwerden, ist einfach utopisch. Somit gabs Spülung für meine jetzt schon kaputten Haare (das indische Wasser ist einfach nicht gut..) und leckere Jasminräucherstäbchen, die die Küchengerüche von nebenan übertönen dürfen. Nebenan wohnt nämlich eine riesige Familie, der ich (und vice versa) immer in die Wohnung gucke, da wir echt auf gleicher Höhe wohnen. Manchmal ganz spannend, aber meist eher nervig, da man die Fenster verhüllen muss, damit der Sohn nicht ganz so penetrant starrt.

Gestern Abend im Internetcafe war auch wieder grossartig. Kaum sitze ich da (es ist mittlerweile so 21 Uhr und stockdunkel draussen), kommen drei Männer mit Spitzhacken und beginnen direkt vorm Eingang die Strassen aufzuschlagen. Einer hat schon die Hände an diversen Kabeln (ich fürchte bereits gleich weder Strom noch sonstwas mehr zu haben), da schlägt der andere so gekonnt in ein Rohr, dass das Wasser spritzt. Und zwar so richtig. Keine 5 Minuten später ist das Internetcafe geflutet, der panische Besitzer dabei, alles irgendwie in Sicherheit zu bringen und ich muss durch diese Matsche das Weite suchen..ein semi-optimal verlaufener Abend 😉

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